Kongress

Auf dem Historiale-Kongress wollen wir die Zwanziger Jahre wissenschaftlich betrachten und durchdringen. Dazu werden acht namhafte Wissenschaftler Themen aus ihrer Forschungsarbeit vortragen und somit ein differenziertes und detailliertes Bild der Zwanziger Jahre in Berlin zeichnen. Der Eintritt ist kostenlos. Lassen Sie sich entführen in die Zeit der Goldenen Zwanziger!

Mittwoch, der 25. August 2010

15.00 Uhr:
“ Berlin ist Benzin“ – Alfred Döblins Berlin
Vortrag von Michael Bienert
„Berlin Alexanderplatz“ ist ein Schlüsselwerk der Zeit. Der Schriftsteller Döblin, über den Michael Bienert berichtet, war als Arzt und Journalist in Berlin unterwegs, sprach im Rundfunk und stritt in der Akademie der Künste für eine fortschrittliche Kulturpolitik.

Michael Bienert ist Experte für die Zwanziger Jahre. Wenn Sie dieses Thema interessiert empfehlen wir Ihnen sein Buch: Die Zwanziger Jahre in Berlin aus dem Berlin Story Verlag

16.00 Uhr:
Die Berliner Polizei in der Weimarer Zeit
Vortrag von Harold Selowski
Hauptkommissar Harold Selowski von der Poilzeihsitorischen Sammlung zeigt die dunkle Seite Berlins und vor allem ihre Widersacher: Die Berliner Polizei.
17.00 Uhr: „Neue Frau“ und alte Frauenbewegung – Paradoxien der Emanzipation in der Weimarer Republik
Vortrag von Dr. Irene Stoehr
Was ist dran an dem Klischee der „Neuen Frau“ der 1920er Jahre, die mit „Bubikopf“ und kurzem Rock Büros, Kinos und Tanzcafés eroberte? Gab es eine individuelle Emanzipation der jungen Frauen nach dem Ersten Weltkrieg, die zu der Zielsetzung der politischen Frauenbewegung womöglich im Widerspruch stand? Und worum ging es der „alten“ Frauenbewegung noch in der ersten deutschen Republik, nachdem das Frauenwahlrecht durchgesetzt war?

18.00 Uhr:
Der Satire wird der Prozess gemacht – Der Fall George Grosz
Vortrag von Dr. Rosa von der Schulenburg
Die Leiterin der Kunstsammlung der Akademie der Künste über die Kunst und Justiz, Poltik und Freiheit, Skandal und Zensur. Grosz Grafiken vor Gericht in der Weimarer Zeit.

Donnerstag, der 26. August 2010

15.00 Uhr: „Ich bin eine anständ`ge Frau“ – Fritzi Massary – Ein (fast) vergessener Star der 20er
Vortrag von Phillip Menger
Das aufregende Leben, aber auch eine typische Geschichte für eine ganze Generation von jungen Talenten zeigt Phillip Menger (Universität Potsdam) am Beispiel der Sängerin und Schauspielerin Fritzi Massary.
16.00 Uhr: Eiserne Zeiten – Marie Goslich, eine vergesse, sozialkritische Photojournalistin
Vortrag von Prof. Dr. Krystyna Kauffmann
Prof. Dr. Krystyna Kauffmann (Autorin) berichtet über die Bildjournalistin Marie Goslich. Diese hielt das Leben der Bevölkerung im Umfeld der Reichen auf über 400 Photos und in zahlreichen Artikeln fest. Das Wohlergehen ihrer Mitbürger suchte sie im Rückzug in die Natur des Brandenburger Landes zu fördern.
17.00 Uhr: „Das jüdische Berlin“ – Renaissance am Rande des Abgrunds
Vortrag von Dr. Bill Rebinger
Ein Bericht über das Judentum in Deutschland, das in den Jahren vor 1933 eine bis dahin nicht gekannte Vielschichtigkeit erreichte. Die Bewahrung und Erneuerung jüdischer Tradition und Kultur zeigt sich vor allem in Berlin.
18.00 Uhr: Als Berlin „französisch trug“ – Intellektuelle aus Frankreich im Berlin der 20er Jahre
Votrag von Prof. Dr. Margarete Zimmermann
Mit dem Pharus-Plan in der Hand durchqueren in den 20er Jahren zahlreiche Franzosen die Stadt. Sie erleben Berlin als ,das Andere‘ schlechthin: als Ort der Neuen Sachlichkeit, des ,neuen Bauens‘ und der ,neuen Körperkultur‘. Sie besuchen Salons und Magnus Hirschfelds Institut für Sexualwissenschaft, speisen im „Haus Vaterland“, treffen sich im Romanischen Café mit ihren deutschen Freunden George Grosz, Renée Sintenis oder Walter Benjamin, schreiben für den Querschnitt oder lassen sich in die Berliner Unterwelt einschleusen. Ab 1931/32 richtet sich ihr Blick mit angespannter Aufmerksamkeit für „Weimars Ende“ auf Berlin.

Veranstaltungsort

Berlin Story Salon – Die neue Bühne in Berlins Mitte
Unter den Linden 26
10117 Berlin