„Janz schön obszön“ – Tragik und Komik in Zilles Milljöh

„Janz schön obszön“ – Tragik und Komik in Zilles Milljöh
Stadtspaziergang zu Heinrich Zille
www.stattreisenberlin.de

Treffpunkt
S-Bhf. Nöldnerplatz, Ausgang Lückstraße/Nöldnerplatz
Ende: „Zum Nussbaum“, Nikolaiviertel
Dauer: ca. 2,5 h
Für diese Tour sind Fahrscheine für den öffentlichen Nahverkehr erforderlich (nicht im Preis enthalten).

Termine
Sonnabend, 29. August: 14 Uhr

Teilnehmerbeitrag
pro Person: 9,50 €, ermäßigt 7 €

Beschreibung
Durch Verfehlungen des Vaters kam die geflüchtete Familie Zille mit dem jungen Heinrich nach Berlin und hauste in ärmlichen Verhältnissen in der Nähe des heutigen Ostbahnhofs. Erstaunlicher Weise bezog die Familie mit dem 15-Jährigen ein einfaches Haus außerhalb der Berliner Stadtgrenze, in der „Colonie Lichtenberger Kiez“. Wir gehen dieser Geschichte nach und erkunden jenen Stadtraum, in dem Zille bis zu seinem 34. Lebensjahr lebte, eine Familie gründete, wo die ersten Natur- und Landschaftsbilder entstanden und in dem er genügend Stoff für bebilderte Kurzgeschichten fand. Denn die Eltern gestatteten dem im Zeichnen talentierten Jungen doch noch eine künstlerische Ausbildung als Lithograph, die schließlich in der besonderen Förderung durch Professor Hosemann mündete.
Im Ostteil der weiter expandierenden Metropole aufgewachsen, bleibt Zille dem Milieu der kleinen Leute treu bis an sein Lebensende. Er sammelt seine Themen buchstäblich von der Straße auf und wird dadurch zu einer Berühmtheit: die Armut und Derbheit der Großstadt, den Witz und das Idiom ihrer Bewohner. Zille macht daher auch keinen Bogen um die Pornographie, wenn er Huren reden lässt, denn er ist der Verfasser der „Hurengespräche“, denen wir am Alexanderplatz nachgehen. Als Photograph zeigte Zille auch großes Interesse an der städtischen Wirklichkeit. So wurde er zum Dokumentaristen des stadtbekannten und berüchtigten Scheunenviertels und des vom Abriss bedrohten Klosterviertels – sowohl als Photograph als auch als Zeichner und Geschichtenerzähler.
Heinrich Zille, der am Ende seines Lebens selber kräftig an der Erhöhung seiner Popularität und der Verbreitung des Zille-Booms mitgewirkt hat, ist heute im herausgeputzten Nikolaiviertel eher nostalgisch lebendig: durch die nachgebaute Kneipe „Zum Nussbaum“, die er in Bildern stadtbekannt gemacht hat, und dem Zille-Museum – in einem DDR-Plattenbau.

Anmeldung
Die Teilnahme ist ohne Anmeldung möglich.

StattReisen Berlin
Malplaquetstraße 5. 13347 Berlin
030 / 4553028
info@stattreisenberlin.de
www.stattreisenberlin.de

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