Arbeiterbewegung in der Kaiserzeit
Arbeiterbewegung in der Kaiserzeit

Vortrag von Dr.Ursula Bitzegeio
Referentin Dr.Ursula Bitzegeio
Dr. Ursula Bitzegeio hat Politikwissenschaft, Vergleichende Religionswissenschaft, Psychologie und Romanistik an den Universitäten Bonn und Fribourg (Schweiz) studiert. Heute ist sie im Historischen Forschungszentrum der Friedrich-Ebert-Stiftung in der Forschungsabteilung für Sozial- und Zeitgeschichte als Referentin für Arbeitsbeziehungen und Gewerkschaftsfragen tätig.
Beschreibung
Kaum jemand hat die Vielfalt und Vitalität der Arbeiterbewegung und der Sozialdemokratie in der kaiserlichen Spreemetropole während des Industrialisierungsprozesses bislang besser beschrieben, als der Historiker, Theoretiker und Politiker Eduard Bernstein (1850-1932). In der dreibändigen „Geschichte der Berliner Arbeiterbewegung seit ihren Ursprüngen in der 1848er Revolution“ breitet Bernstein aus, wie sich seit der Reichsgründung von 1871 innerhalb des politischen Zentrums des preußisch-deutschen Obrichkeitsstaates Berlin zur „Hauptstadt“ der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung entwickelte. Entlang seiner lebendigen Darstellung, deren Detailreichtum und Materialfülle sie zu einer einzigartigen Dokumentation Berliner Stadtgeschichte werden lässt, führt der Vortrag in einem ersten Teil in die Sozial- und Alltagsgeschichte der Berliner ArbeiterInnen ein und beschreibt ihr weitverzweigtes Organisationsnetzwerk sowie die spezifischen Formen ihres geistig-kulturellen Gemeinschaftslebens, dass auch während der Zeit der „Sozialistengesetze“ (1878-1890) ungebrochen fortdauert. Die Geschichte der Berliner Arbeiterbewegung im Kaiserreich ist jedoch nicht die des kontinuierlichen Aufstiegs und einer geschlossenen „proletarischen“ Wirkmächtigkeit.Berlin ist im Gefolge des Ersten Weltkriegs auch politischer Brennpunkt für die Spaltung der Sozialdemokratie in (M)SPD, USPD und KPD. Und so wendet sich der zweite Teil des Vortrages diesmal nicht dem Historiker, sondern dem Politiker Bernstein und anderen prominenten Akteuren auf der politischen Bühne zu, fragt nach, wann und aus welchen Gründen ihre Biographien in das Berliner Leben eintauchen und gibt ihre Ansichten zu den zentralen Debatten jener Zeit um „Revisionismus“, „Massenstreik“, „Burgfrieden“ und schließlich um „Revolution“ wider.
Vortragszeit
27. August, 11 Uhr im Berlin Story Salon
Berlin Story Salon
Unter den Linden 26
10117 Berlin
Eintritt: frei

