Historiale 2006

Vom 27. bis 29. Oktober 2006 fand unser erstes Historiale Geschichtsfestival statt.

Die Napoleon-Dokumentation (inkl. DVD) finden Sie hier

Die Napoleon Video-Dokumentation können Sie hier direkt im Internet ansehen

Für unser Projekt, ein jährliches Geschichtsfestival mit wechselnden Themen in Berlin zu etablieren, war Napoleon in Berlin ein großer Erfolg. Idee und Konzept wurden zusammen mit zeitreisen Veranstaltungs- und Projektmanagement entwickelt und umgesetzt. Alle Veranstaltungen im Programm wurden angenommen und gut besucht. Zum Höhepunkt des Festivals, dem nachgestellten Einzug Napoleons durch das Brandenburger Tor, kamen 30.000 Zuschauer!

Wir möchten uns aus ganzem Herzen bei unseren Partnern und Sponsoren bedanken. Durch Ihre Unterstützung ist es gelungen, ein Thema ins Bewusstsein der Stadt zu heben, das Schmach und Niederlage bedeutete, aus dem sich aber Bürgersinn, Engagement und Aufbruch entwickelte. Ganz besonders aber bedanken wir uns bei Gert Kinnemann (www.Zeughaus-Kinnemann.de), der zusammen mit den Dachverbänden der historischen Verbände und mit Dr. Frank Bauer (www.edition-Koenig-und-Vaterland.de) den gesamten militärhistorischen Teil rund um den Einzug Napoleons grandios geplant und organisiert hat. Wir danken ganz besonders Mark Schneider und dem Museum Colonial Williamsburg (www.history.org) unser Anliegen uneingeschränkt unterstützt zu haben.

Unsere Sponsoren und die Partner in den Museen und Geschichtseinrichtungen, in der Verwaltung in Mitte und sowie die Medien haben der Historiale offen und herzlich Starhilfe gegeben. Das spornt uns für die Zukunft an.

Wir bedanken uns für die Unterstützung bei:

Stiftung Stadtmuseum Berlin
Stiftung Preußische Schlösser und Gärten
Deutsches Historisches Museum
Mitte Museum
Stiftung Brandenburger Tor
Kreuzberg-Museum
Museum Europäischer Kulturen
Dr. Frank Bauer
Helmut Caspar
Historische Militärvereinigung 1813 e.V.
Freundeskreis Lebendige Geschichte e.V.
Napoleonische Gesellschaft e.V.
Tentstation

Ein besonderer Dank gilt unseren Sponsoren:

Berlin Story – Buchhandlung und Verlag übernahm die anfallenden Kosten der gesamten Organisation
• die Richter Media Group unterstützte uns bei der Werbung
• die Neuenhagener Fleischwaren GmbH bei der Versorgung der Darsteller

Die Pferde für den Einzug am Brandenburger Tor wurden gestellt von:

• Angelika Schwabe
• Carola Winster
• Claudia Irmscher
• Detlef Kadel
• Karsten Knispel
• Reiterhof Hahn
• Reiterhof Klopsteg
• Reiterhof Groke

Anlass für unser diesjähriges Thema war der zweihundertste Jahrestag der Einnahme Berlins durch napoleonische Truppen. Am 27. Oktober 1806 ließ sich Napoleon am Brandenburger Tor den Schlüssel der Stadt Berlin überreichen und hielt feierlichen Einzug in die Hauptstadt des besiegten Preußens.

Wir thematisierten die Besetzung Berlins durch französische Truppen 1806. Die Programmbeiträge zeichneten ein Bild von Preußen und Berlin in der „Franzosenzeit“ und gaben Ausblicke auf die daraus resultierenden Entwicklungen. Der Raub der Quadriga spielte ebenso eine Rolle wie die oft zitierten Auseinandersetzungen zwischen Napoleon und Königin Luise.

• Auftaktveranstaltung in der Nikolaikirche: Historiale – Das erste Berliner Geschichtsfestival
Historiale e.V. in Kooperation mit der Stiftung Stadtmuseum Berlin, 27. Oktober 2006

Rede des Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin,
Walter Momper

Podiumsdiskussion „Geschichte vermitteln, aber wie?“
Walter Momper (Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin)
Dr. Franziska Nentwig (Generaldirektorin der Stiftung Stadtmuseum Berlin)
Dr. Kristin Anne Schäfer (Frankreich-Zentrum der TU Berlin)
Prof. Dr. Wolfgang Hardtwig (Universitätsprofessor an der Humboldt-Universität)
Dr. Wolfgang Herles (Redaktionsleiter des ZDF-Kulturmagazins „aspekte“)
Sven Felix Kellerhoff (Leitender Redakteur in „Die Welt“)
Wieland Giebel (Verleger und Inhaber der Buchhandlung Berlin Story)

Das ist neu in der Bundesrepublik: Überall spürt man ein Interesse an deutscher Geschichte. TV-Events wie „Dresden“ erreichen ein zweistelliges Millionenpublikum, gut gemachte historische Dokumentationen werden immer beliebter, aufwendige Ausstellungen ziehen Hunderttausende an.
Gleichzeitig warnen Geschichtswissenschaftler, wie jüngst auf dem Historikertag in Konstanz, vor drohender Verflachung und Kommerz.
Wo liegt der goldene Mittelweg zwischen wissenschaftlichem Anspruch und Vereinfachung für eine publikumsgerechte Aufarbeitung von Geschichte? Darf Geschichte in Deutschland unterhaltsam sein? Fragen, auf die das Geschichtsfestival Historiale Berlin Antworten zu geben versucht. Zum Auftakt des dreitägigen Programms diskutierten Vertreter aus Museen, Universitäten und Medien über die Aufgaben und Perspektiven heutiger Geschichtsvermittlung.

• Geschichtsstunde am Brandenburger Tor: Napoleons Einzug in Berlin
Am Sonnabend, den 28. Oktober 2006, zogen Napoleon und 250 historisch uniformierte Soldaten durch das Brandenburger Tor.
Die Inszenierung mit „Reenactors“ (Historiendarstellern) aus Deutschland, Frankreich, England, Polen, Norwegen, Belgien und Luxemburg war Höhepunkt unseres Geschichtsfestivals mit 30.000 Zuschauern, 15.000 allein am Brandenburger Tor.
Napoleon wurde von Mark Schneider verkörpert, der dazu extra aus Williamsburg in Virginia, USA kam. Schneider ist der renommierteste Napoleon-Darsteller weltweit. Er spricht wie Napoleon französisch mit korsischem Akzent und wurde begleitet von seiner Kaisergarde, den Chasseurs à Cheval, den berittenen Gardejägern.

• Objekte der Begierde. Der napoleonische Kunstraub in Berlin und einige Folgen, Vortrag von Bénédicte Savoy, 28. Oktober 2006
Um 1800 hat der Anspruch der Französischen Revolution auf Universalität, Kunst- und Bücherwanderungen ausgelöst (den so genannten „napoleonischen Kunstraub“), die die kulturelle Geographie Europas endgültig verändert haben. „Rom ist nicht mehr in Rom“, hieß es damals, „Rom ist in Paris“. Dies gilt auch für Kassel und Braunschweig, Wien und München – und eben auch für Berlin. In allen europäischen Ländern, vor allem im deutschen Sprachraum, weckte dieser erzwungene Kunst-Transfer ein neues Verantwortungsbewusstsein für das eigene Kulturerbe, das so genannte „Patrimonium“. Der reich bebilderte Vortrag im Max Liebermann Haus der Stiftung Brandenburger Tor beleuchtete dieses kunsthistorisch bedeutende und wegweisende Moment.

• Ausstellungseröffnung: „Berliner Herbst 1806 – Napoleon, Dabrowski und Massenbach“, 29. Oktober 2006
Im Rahmen des Programms „Napoleon in Berlin“ eröffnete das Mitte Museum im Palais am Festungsgraben die Ausstellung „Berliner Herbst 1806 – Napoleon, Dabrowski und Massenbach“. Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Berliner Gesellschaft während der „Franzosenzeit“ und den Verhandlungen Napoleons in Berlin mit polnischen Politikern und Militärs über das gemeinsame französisch-polnische Vorgehen 1806/07.

• Kulinarisches Gipfeltreffen. Preußen, Frankreich und Russland in Tilsit 1807
Lesung mit Kostproben drei europäischer Nachbarn, 28. Oktober 2006
Ein Gipfeltreffen der besonderen Art! 1807 trafen in Tilsit Napoleon, Zar Alexander I. und Friedrich Wilhelm III. zusammen, um über die Zukunft Preußens und Russlands zu verhandeln. Es wurde geschmeichelt, verhöhnt, beleidigt und bewundert.
Höhepunkt der Verhandlungen war die Ankunft der preußischen Königin Luise, die auf Bitte ihres Gemahls Preußen retten sollte. Die Unterredung zwischen der Geißel der Menschheit (Luise über Napoleon) und der Frau mit dem hübschen Gesicht, aber wenig Geist (Napoleon über Luise) gehört zu den bewegendsten Ereignissen in der preußischen Geschichte – ein Kammerstück über Hoffnung und Täuschung.
An diesem Abend ließ die Agentur Zeitreisen die aufregenden Tage in Tilsit Revue passieren und Spezialitäten der drei Länder probieren (Lesung: Birgit Langkabel und Ulrich Müller-Hönow, Speisen: eßkultur). Die Kulinarische Lesung fand im Museum Europäischer Kulturen statt. Begrüßt wurden die Gäste durch Prof. Konrad Vanja.

Napoleon in Berlin - Frank Bauer - Berlin Story Verlag 2006 • Buchpräsentation „Napoleon in Berlin“, 28. Oktober 2006
Die Veranstaltung im Buchladen Berlin Story gab ein anschauliches Bild davon, wie Berlin zum Zeitpunkt des Einmarsches der napoleonischen Truppen aussah und welche Konsequenzen dies für Berlin hatte. Der Autor Dr. Frank Bauer stellte seine Publikation Napoleon in Berlin vor und berichtete zu den geschichtlichen Ereignissen.